Industrie 4.0 systematisch und unternehmensindividuell gestalten

Im Rahmen eines interaktiven Workshops stellte Sascha Julian Oks vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Innovation und Wertschöpfung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ein Industrie 4.0-Gestaltungskonzept vor, das es Unternehmen ermöglicht, individuelle und anforderungsbasierte digitale Wertschöpfungsarchitekturen zu entwerfen und umzusetzen. Die vorgestellten Methoden fokussieren dabei insbesondere die Gestaltung, Evaluation und Implementierung industrieller cyber-physischer Systeme, die als Basistechnologie für eine Vielzahl von Industrie 4.0-Szenarien dienen. Der wissenschaftlich fundierte Methodenrahmen umfasst vier Systemgestaltungsschritte, die mit der umfangreich Vorstellung Industrie 4.0-relevanter Technologien und Konzepte beginnen und im zweiten Schritt unter Zuhilfenahme einer Anwendungskarte unternehmensindividuelle Systemkonfigurationen orchestrieren lassen. Nachdem die Interessen, Erwartungen und Einstellungen beteiligter und betroffener Stakeholdergruppen im dritten Schritt analysiert wurden, wird die entwickelte Systemkonfiguration durch den portablen Industrie 4.0-Demonstrator „PID4CPS“ simuliert. Fehlkonzeption, Systeminkompatibilitäten und Stakeholderkonflikte lassen sich auf diesem Weg rechtzeitig und vor allem kostengünstig identifizieren, bevor es zur Systemimplementierung in der Produktion kommt. Des Weiteren ist der Demonstrator dafür geeignet, Innovationen seitens der Mitarbeiter zu stimulieren.

 

Während des Workshops an der FAU evaluierten die Teilnehmer ein Instandhaltungssystem, das typische Industrie 4.0-Szenarien wie „Condition Monitoring“, Predictive Maintenance“ aber auch die fähigkeitszentrierte Personalplanung beinhaltet. Durch die komplexitätsreduzierende Simulation industrieller Prozesse konnte dabei schnell und effektiv ein einheitliches Systemverständnis aller Teilnehmer erreicht werden. Mit der praktischen Durchführung von Industrie 4.0-Tätigkeiten, wie der fernwartungsunterstützten Instandsetzung von Produktionsanlagen, stand ebenso die händische Arbeit und Mensch-Maschine-Interaktion im digitalen Zeitalter im Fokus. Auch die Unterhaltung und Vernetzung der Teilnehmer aus Praxis und Forschung kam während des Workshops nicht zu kurz.

Bildquelle: Sascha Oks (FAU-Wi1)
Bildquelle: Sascha Oks (FAU-Wi1)

 

 

 

 

 

 

 

 

Überzeugen kann der modulare Demonstrator „PID4CPS“ insbesondere durch die umfassende Verknüpfung digitaler Simulation und physischer Modellierung, die eine leicht verständliche Veranschaulichung etlicher Industrie 4.0-Szenarien ermöglicht. Aufgrund der transportfreundlichen Größe des Demonstrators ist die Anwendung nicht an industrielle Umgebungen gebunden und kann allerorts für Vorführungen und Evaluationen von Systemen aber auch für die Ausbildung an diesen oder die universitäre Lehre eingesetzt werden.

Weiterführende Informationen zu den zugrundeliegenden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekten und Forschungsaktivitäten sind hier zu finden:
http://wi1.uni-erlangen.de/de/research/featured/CPPS

Kontakt:
Sascha Julian Oks, M.Sc.
Research Associate
Information Systems I – Innovation & Value Creation
Friedrich Alexander University Erlangen-Nuremberg
Lange Gasse 20, 90403 Nuremberg, Germany