Rezension: The Future of Engineering – Philosophical Foundations, Ethical Problems and Application Cases

Das Buch lag zur Besprechung vor.
The Future of Engineering – Philosophical Foundations, Ethical Problems and Application Cases
Herausgeber: Fritzsche, Albrecht, Oks, Sascha Julian (Eds.)
Preis eBook: 83,29 Euro, ISBN 978-3-319-91029-1
Mehr unter: https://www.springer.com/de/book/9783319910284

 

Die Zukunft des Engineerings – Eine disziplinübergreifende Betrachtung und Analyse digitaler Technologien und deren Einfluss auf Individuum, Organisation und Gesellschaft   

In dem jüngst erschienenen Band „The Future of Engineering“ der Serie „Philosophy of Engineering and Technology“ bringen die Herausgeber Dr. Dr. Albrecht Fritzsche und Sascha Julian Oks die Perspektiven führender Wissenschaftler und Experten aus der Praxis zum Thema der digitalen Transformation und Mensch-Technik-Interaktion zusammen. Die Autoren entwickeln in diesem Zusammenhang die Idee eines übergreifenden, auf Vielfalt basierenden Ansatzes für das Engineering der Zukunft auf. Offenheit bzw. eine freie Herangehensweise für Lösungswege ist dafür grundlegend. Entsprechend wichtig sind Dialog, Sprache, Design aber auch intuitive Elemente zur Findung einer geeigneten Lösung. Die Autoren befassen sich u.a. mit Aspekten der Robotik, Computer- und Softwaresimulation, dem Kreislaufgedanken von biologischen Leben und Technik, der ökonomischen Beziehung zwischen Wissenschaft und Technik sowie nachhaltiger Energie. Auch Themen wie der gesellschaftliche Informationsfluss sowie Macht und Einfluss durch Wissen und Informationskontrolle durch die Anwendung von Technik werden aufgegriffen. Am Beispiel der Berufe Arzt im Gesundheitswesen und Ingenieur in der Industrie wird verdeutlicht, dass die Gesellschaft deren Dienstleistungen und Produkte nutzt, aber bei Ingenieuren nur über eine sehr begrenzte Vorstellung von Arbeitsalltag bzw. Arbeitsweise verfügt, obwohl diese Personengruppe durch Ihre allgegenwärtigen technischen Produkte das Lebensumfeld sehr stark beeinflusst. Nachdem immer mehr Geräte und Maschinen mit Sensoren und Internetzugang ausgestattet sind und die Anwendungsweisen und Zwecke ihrer Nutzung überwacht und manipuliert werden können, scheint ein Dialog zwischen Gesellschaft und Technikern notwendig, um die jeweiligen Wünsche und Anforderungen hinreichend berücksichtigen zu können. Entsprechende Elemente sollten deshalb auch in die Ingenieursausbildung einfließen, um diesen Anforderungen Rechnung zu tragen. Die Arbeitsweise von Medizinern könnte dabei zum Vorbild für Ingenieure werden. Beispielhaft wären hier ethische Aspekte in der Forschung oder der Umgang und Schutz von Patienten- und Patentendaten zu nennen. In den letzten Kapiteln werden deshalb auch Ethikansätze, Beispiele und Trends sowie überzogene bzw. nicht bedarfsgerechte technische Lösungen und Assistenzsysteme zur Vereinfachung des Alltags vorgestellt und deren Vor- und Nachteile diskutiert. Abgerundet wird das Buch durch ein Kapitel über „Privacy by Design“, einem guten Beispiel für künftig erforderliche Ansätze bzw. Anforderungen an Technik und deren Entwickler.

Mit Beiträgen von Autoren aus unterschiedlichen Fachbereichen mit Bezug zum Engineering adressiert das Buch eine interdisziplinäre Leserschaft: Vertreter aus Ingenieurwesen, Technologiemanagement, Technikphilosophie sowie Ökonomie erhalten Erkenntnisse und Denkanstöße sowohl für die berufliche Anwendung als auch für das Voranbringen des gesellschaftlichen Diskurses zum Technologieverständnis der Zukunft.